Migration & Selektion
Wo Zuwandererkinder besser abschneiden als Einheimische — und wo schlechter
Differenz der PISA-Mittelwerte zwischen Kindern mit Migrationshintergrund und einheimischen Schülern, für alle Länder und Zyklen. Positive Werte: Zuwandererkinder liegen vorn.
Worum es geht
In den meisten europäischen Ländern erzielen Schüler mit Migrationshintergrund niedrigere PISA-Werte als einheimische Kinder. Es gibt aber eine Reihe von Ländern, in denen das Muster umgekehrt ist — teils mit sehr großen Vorsprüngen. Der Schlüssel zum Verständnis ist fast immer Selektion: Wer wandert überhaupt ein?
Golfstaaten (VAE, Katar, Saudi-Arabien) ziehen überproportional Kinder hochqualifizierter Expat-Familien an — die Zuwandererkinder liegen dort teils über 70 Punkte vor den Einheimischen. Klassische Einwanderungsländer mit Punktesystem (Australien, Kanada, Neuseeland, Singapur) wählen Zuwanderer nach Qualifikation aus; die 2. Generation wächst dort in überdurchschnittlich gebildeten Elternhäusern auf. In Westeuropa dominierte dagegen Arbeits-, Familien- und Fluchtmigration mit im Schnitt niedrigerem sozioökonomischem Status — die Differenzen sind deutlich negativ.
Mit den Reglern unten lässt sich das selbst erkunden: Fach, Zyklus, Generation und Mindestgruppengröße umschalten, im Streudiagramm die X-Achse wechseln — etwa auf den Mittelwert der einheimischen Schüler, um den Selektionseffekt der Golfstaaten sichtbar zu machen — und die Tabelle nach jeder Spalte sortieren, auch nach den Ausreißern nach unten.
Länder
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Ø Differenz
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Zuwanderer vorn
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Einheimische vorn
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Spannweite
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Ausreißer
Größte Vorsprünge und Rückstände
Zuwandererkinder vorn · Einheimische vorn
Zusammenhänge erkunden
Differenz im Streudiagramm
Jeder Punkt ein Land. Mit der Maus über die Punkte fahren.
Tabelle
Alle Länder im Detail
Spaltenkopf anklicken zum Sortieren. Differenzen sind Vergleichsgruppe minus einheimische Schüler. ⚠ markiert Gruppen unter 100 Schülern — dort sind Differenzen unter ~10 Punkten nicht belastbar.
Ländertypen — was hinter den Mustern steckt
Golf- und Ölstaaten
VAE, Katar, Saudi-Arabien, Brunei: Zuwanderung besteht stark aus Familien hochqualifizierter Arbeitsmigranten, oft mit internationalen Schulen. Die riesigen positiven Differenzen sagen wenig über Integration — sie spiegeln, wer einreisen darf, und das vergleichsweise niedrige Niveau der einheimischen Schülerschaft.
Punktesystem-Länder
Australien, Kanada, Neuseeland, Singapur: Zuwanderer werden nach Bildung, Beruf und Sprache ausgewählt. Die 2. Generation startet aus bildungsnahen Elternhäusern und überholt die einheimischen Schüler konsistent über alle Fächer und Zyklen.
Balkan & Osteuropa
Montenegro, Serbien, teils Baltikum und Russland: kleinere, aber stabile Vorsprünge. Häufig Rückwanderer- und Diaspora-Familien aus wohlhabenderen Ländern — ebenfalls eine Form positiver Selektion.
Westeuropa: Ausreißer nach unten
Deutschland, Österreich, Finnland, Schweden, Dänemark u. a. zeigen deutlich negative Differenzen. Hier dominierte Arbeits-, Familien- und Fluchtmigration mit im Schnitt niedrigem sozioökonomischem Status; Schulsysteme gleichen die Startnachteile unterschiedlich gut aus. Sortiere die Tabelle aufsteigend nach Differenz, um diese Ausreißer zu sehen.
Methodik
- Gruppen (OECD-Definition): „Einheimisch“ = mindestens ein Elternteil im Testland geboren. „2. Generation“ = im Testland geboren, beide Eltern im Ausland. „1. Generation“ = selbst und beide Eltern im Ausland geboren.
- Gewichtung: Mittelwerte sind mit dem finalen Schülergewicht
W_FSTUWTgewichtet. Replicate Weights werden nicht verwendet — es sind deskriptive Mittelwerte ohne Standardfehler und ohne Signifikanztests. - Kleine Gruppen: Bei Gruppen unter 100 Schülern (⚠) sind Differenzen unter etwa 10 Punkten nicht interpretierbar; der Filter „Mindestgröße Gruppe“ blendet sie aus.
- Interpretation: Die Differenzen sind Rohunterschiede ohne Kontrolle für sozioökonomischen Status, Sprache oder Schultyp. Sie zeigen Zusammensetzungseffekte der Zuwanderung mindestens so stark wie Schulleistungseffekte.