PISA / Regionen

Regionale Auswertung

PISA nach Region und Migrationshintergrund

Der Schnitt, den es für Deutschland zuletzt 2006 gab (PISA-E: Bundesland × Migrationshintergrund) — hier für die Länder, die regionale Stichproben gezogen haben. Eigene Berechnung aus den OECD-Mikrodaten, mit Standardfehlern.

Worum es geht

Deutschland hat diesen Schnitt verloren: Die Ländererweiterung PISA-E lief zuletzt 2006 (Naturwissenschaften nach Bundesland, getrennt nach Schülern ohne Migrationshintergrund und solchen der 2. Generation); seit 2009 vergleicht der IQB-Bildungstrend die Länder — in eigener Metrik, in Klasse 9 und damit ohne Anschluss an die PISA-Skala.

International existiert der Schnitt weiter, denn die OECD-Mikrodaten enthalten neben dem Migrationsstatus auch eine Regionskennung — sofern das Land eine regionale Stichprobe gezogen und die Kennung im öffentlichen Datensatz belassen hat. Daran scheiden sich die Länder: Spanien liefert alle autonomen Gemeinschaften über drei Zyklen, Portugal alle 25 NUTS3-Regionen, die Schweiz ihre drei Sprachregionen — Italien seit 2018 gar nichts mehr.

Für die übrigen europäischen Länder gibt der öffentliche Datensatz keine Region her, auch wenn ihre Stichproben regional geschichtet sind: Deutschland und Italien tragen in allen drei Zyklen nur „Undisclosed STRATUM“ — die Bundesländer stehen zwar im Codebuch, die Werte selbst sind geschwärzt. Frankreich trennt lediglich Metropole und Überseegebiete, Österreich nur Oberösterreich vom Rest; die Niederlande, Dänemark, Schweden und Polen schichten nach Schulform, Urbanität oder Minderheitenanteil. Tschechien nennt 14 Regionen, aber nur für Grundschulen und mehrjährige Gymnasien — die übrigen Schulformen fallen ohne Region an und würden die Regionalwerte verzerren.

Die Werte unten sind nicht abgeschrieben, sondern aus den Rohdaten gerechnet: Mittelwerte über alle Plausible Values, Standardfehler per Balanced Repeated Replication. Als Kontrolle stimmen die Gesamtwerte je Region für 2022 auf maximal 0,5 Punkte mit der veröffentlichten OECD-Tabelle überein.

Datenlage

Was die OECD-Files je Zyklus hergeben

Spanien

270 Zellen
Zyklus Regionen Schüler Quelle der Region
2015 18 6.736 STRATUM (abgeleitet)
2018 19 35.943 STRATUM (abgeleitet)
2022 19 30.800 REGION (adjudiziert)
2025 19 29.966 REGION (adjudiziert)

Alle autonomen Gemeinschaften nehmen mit erweiterter Stichprobe teil, seit 2018 auch Ceuta und Melilla. Erst seit 2022 traegt das oeffentliche OECD-File die Variable REGION; 2015 und 2018 steht die Region ausschliesslich in den Ziehungsschichten (STRATUM), aus denen sie hier zurueckgewonnen wird. 2015 enthaelt das internationale File nur die Basisstichprobe (rund 6.700 Schueler) — die Regionalzellen sind dort entsprechend klein.

Portugal

235 Zellen
Zyklus Regionen Schüler Quelle der Region
2015 25 7.325 STRATUM (abgeleitet)
2018 25 5.932 STRATUM (abgeleitet)
2022 25 6.793 STRATUM (abgeleitet)
2025 25 6.945 STRATUM (abgeleitet)

Portugal zieht seine Stichprobe in allen Zyklen nach NUTS3-Regionen; alle 25 Regionen sind durchgaengig besetzt. Eine offizielle REGION-Variable fuehrt nur das File 2015, und dort steht Portugal als Ganzes — die Regionswerte sind also nicht von der OECD adjudiziert, sondern aus den Ziehungsschichten gerechnet. Kleine Regionen kommen auf wenige hundert Schueler, ihre Standardfehler sind entsprechend gross.

Schweiz

36 Zellen
Zyklus Regionen Schüler Quelle der Region
2015 3 5.860 STRATUM (abgeleitet)
2018 3 5.822 STRATUM (abgeleitet)
2022 3 6.829 STRATUM (abgeleitet)

Die Schweizer Ziehungsschichten unterscheiden nur die Unterrichtssprache (deutsch, franzoesisch, italienisch), nicht die Kantone — kantonale Werte sind aus den oeffentlichen OECD-Mikrodaten nicht zu gewinnen. Die drei Sprachregionen decken die Stichprobe vollstaendig ab. Im File 2025 ist die Ziehungsschicht fuer die Schweiz komplett maskiert — dieser Zyklus fehlt deshalb.

Italien

19 Zellen
Zyklus Regionen Schüler Quelle der Region
2015 5 11.583 REGION (adjudiziert)

Italien laesst sich aus den oeffentlichen OECD-Mikrodaten nur fuer 2015 regional auswerten, und dort nur fuer die vier adjudizierten Gebiete Bozen, Trient, Lombardei und Kampanien; alles uebrige faellt in eine Sammelkategorie. In den Files 2018 und 2022 ist die Ziehungsschicht komplett maskiert („Undisclosed STRATUM“) und eine Regionsvariable fehlt — regionale Auswertungen sind daraus nicht moeglich. Fuer Regionalwerte ist INVALSI die geeignete Quelle.

Regionen ausgewiesen

—

Ø Abstand

—

Kleinster Abstand

—

Größter Abstand

—

Regionen im Vergleich

—

Punkt = Mittelwert der Gruppe, Linie = Abstand. Mit der Maus über die Punkte fahren.

ohne Migrationshintergrund 2. Generation

Tabelle

Alle Werte mit Standardfehlern

Spaltenkopf anklicken zum Sortieren. ± ist der Standardfehler; zwei Werte unterscheiden sich erst dann belastbar, wenn ihre Intervalle (Wert ± 2 SE) sich nicht überlappen.

Was der Vergleich trägt — und was nicht

Spanien: der belastbare Fall

Alle autonomen Gemeinschaften ziehen eigene Stichproben, seit 2018 auch Ceuta und Melilla. Die Regionalzellen sind groß genug, um Migrationsgruppen getrennt auszuweisen — in bevölkerungsarmen Regionen mit wenig Zuwanderung aber nur knapp.

Portugal: fein, aber dünn besetzt

Die Stichprobe ist in allen drei Zyklen nach den 25 NUTS3-Regionen geschichtet — die feinste Auflösung im Vergleich. Der Preis: außerhalb der Metropolregionen Lissabon und Porto sitzen je Region nur wenige hundert Schüler, für einzelne Migrationsgruppen reicht das meist nicht.

Schweiz: Sprache statt Kanton

Die Ziehungsschichten unterscheiden nur die Unterrichtssprache — deutsch, französisch, italienisch. Kantonale Werte sind aus den öffentlichen Files nicht zu gewinnen, dafür decken die drei Sprachregionen die Stichprobe vollständig ab und sind groß genug für Migrationsgruppen.

Italien: kaum noch etwas

2015 sind vier Gebiete adjudiziert (Bozen, Trient, Lombardei, Kampanien), der Rest ist eine Sammelkategorie. In den Files 2018 und 2022 ist die Ziehungsschicht vollständig maskiert („Undisclosed STRATUM“) — regionale Auswertungen sind daraus nicht möglich. Für Regionalwerte führt der Weg über INVALSI.

Herkunft ist nicht gleich Herkunft

Die 2. Generation ist in Spanien überwiegend lateinamerikanisch geprägt — mit Spanisch als Familiensprache. In Italien dominieren osteuropäische und nordafrikanische Herkünfte, in Deutschland türkische und postsowjetische. Gleich große Abstände bedeuten deshalb nicht dasselbe.

Rohunterschiede

Die Abstände sind nicht um sozioökonomischen Status, Sprache oder Schultyp bereinigt. Sie zeigen Zusammensetzung mindestens so stark wie Schulqualität. ESCS und der Anteil mit Testsprache zu Hause stehen in CSV und JSON, um das einzuordnen.

Methodik und Quellen